Einführung
in den Kurs ErDa - erdgestützte Dankbarkeit
Den Pfad zu Bewusstheit und spirituellem Wachstum gehen! .
letzte kleine Änderungen am 4. März 2016
Dieser Kurs soll uns unsere Körperlichkeit bewusst machen, uns helfen, ganz mit dem Körper eins zu werden und den Atem als Tor zu allen Wesen dieses Planeten zu öffnen. Er soll weiterhin dazu dienen, uns mit der Erde, unserem Heimatplaneten, der unsere Mutter ist, zu verbinden, die sich daraus ergebende Potentialität ausloten und unseren Liebesmodus aktivieren. Alsdann geht es darum, die unterschiedlichen Kräfte, die unser Körper bereit hält, zu aktivieren und in den Dienst der universellen Liebe zu stellen. Schließlich werden wir die Verbindung des Höchsten in uns mit dem Höchsten im Universum herstellen und so das Wahre, Gute und Schöne fördern.

Dieser Kurs ist zum selbstständigen häuslichen Üben geeignet.

1. Wie soll ich üben?

2. Was bedeutet das konkret?

3. Wie verwende ich das vorliegende Material
        (lies diesen Abschnitt mehrmals wieder)

4. Die Sitzhaltung

5. Warum wurde dieser Kurs erstellt?

6. metta bhavana (Audio-Datei der grundlegensten Meditation)

1. Wie soll ich üben?
 

2. Was bedeutet das konkret?

Du bist vermutlich nicht in der Nähe von Gelnhausen, nicht in Reichweite von Meditation am Obermarkt. Aber du hast Zugang zum Internet. Also kannst du diesen Kurs zu Hause bearbeiten, prima!

In spirituellen Systemen unterscheiden wir zwischen dem Pfad der unregelmäßigen Schritte und dem Pfad der regelmäßigen Schritte.

Normalerweise beginnen wir den Pfad der unregelmäßigen Schritte zu gehen. Wir haben den wagen Verdacht, Meditation könnte hilfreich sein. Wir finden manche östlichen Lehren irgendwie gut, vielleicht auch etwas, das wir vom Buddhismus einmal gehört haben. Vielleicht haben wir ein Buch gelesen, möglicherweise vom Dalai Lama oder einem anderen berühmten Autor.

Vielleicht haben wir auch einmal mit Yoga angefangen oder einer anderen asiatische Körpertechnik. Wir haben Verschiedenes aufgeschnappt, ein paar Sachen ausprobiert. Manches fanden wir gut, einiges hat uns verwirrt. Vielleicht waren wir auch eine Zeit lang bei einer Meditationsgruppe. Das alles war im Prinzip nicht falsch, hat uns so ein kleines bisschen Richtung gegeben, vielleicht empfinden wir uns sogar irgendwie als Buddhistin oder Buddhist, möglicherweise auch nur als Suchende/r nach einem Pfad, der buddhistische, vielleicht auch christliche und andere Elemente enthalten soll.

Das ist alles in Ordnung so. Aber es ist nicht genug. Was nötig ist, ist von diesem Pfad der unregelmäßigen Schritte zum Pfad der regelmäßigen Schritte zu kommen. Der Pfad der regelmäßigen Schritte besteht aus dem Dreiklang von Ethik, Meditation und Weisheit. In dieser Reihenfolge.

Zugegebenerweise ist Ethik vielleicht nicht das, was uns in erster Linie anzieht. Aber sie ist ein unabdingbarer Teil des spirituellen Pfades. Meist fühlen wir uns aber von Meditation stärker angezogen. Dieser Kurs berücksichtigt das, ohne auf Ethik als Fundament zu verzichten. Daher ist er für viele Menschen ein geeigneter Umstieg vom Pfad der unregelmäßigen Schritte auf den Pfad der regelmäßigen Schritte.

Dieser Kurs ist allerdings nichts, was man eben einmal schnell so nebenbei absolvieren kann. Instant-Erleuchtung gibt es nicht. Dieser Kurs ist ein Weg, der den Anspruch hat, uns bei einem allmählichen aber nachhaltigen Wachstum zu unterstützen. Er ist das Ergebnis meiner Bemühung über ein Viertel Jahrhundert – und ich habe vor, ihn beständig weiterzuentwickeln, zu verbessern, zu vertiefen – soweit mir das eben möglich ist, gern auch mit der Hilfe meiner FreundInnen.

Der Pfad der regelmäßigen Schritte bedeutet aber auch, im Rahmen einer Sangha, einer Gemeinschaft zu praktizieren, die uns bei unserer Entwicklung unterstützt. Im Buddhismus sprechen wir davon, Zuflucht zu Buddha, Dharma und Sangha zu nehmen, das heißt diese sog. „Drei Juwelen“ in den Mittelpunkt unseres Lebens zu stellen. Der Buddha ist dabei das Ideal, das uns inspiriert, der Dharma ist das Übungssystem, das er uns zur Verfügung stellte und der Sangha ist die Gemeinschaft derer, die auf dem Pfad sind und dies praktizieren.

Ich möchte dich ermutigen, ebenso in einer Sangha zu praktizieren. Es ist wichtig, sich mit anderen auszutauschen, um nicht auf die falsche Art zu praktizieren und sich dabei auf dem richtigen Pfad zu wähnen. Ich praktiziere im Rahmen der Buddhistischen Gemeinschaft Triratna, was ich für eine gute Sangha halte. Es gibt aber zahlreiche unterschiedliche buddhistische Richtungen, viele unterschiedliche Sanghas, nicht jede/r fühlt sich vom Gleichen angesprochen. Dieser Kurs ersetzt definitiv nicht die Einbettung in einen Sangha. Dennoch kann er in meinen Augen ein wichtiger Beitrag dazu sein, vom Pfad der unregelmäßigen Schritte auf den Pfad der regelmäßigen Schritte zu kommen.

Du musst dich auch keineswegs als Buddhist/in empfinden, um diesen Kurs zu praktizieren. Ich beziehe mich zwar oft auf den historischen Buddha, der vor zweieinhalb Jahrtausenden in Indien lebte. Es langt aber vollkommen, wenn du in dem Buddha einfach einen Weisen siehst, der Methoden entdeckt hat, wie man sich spirituell weiterentwickeln kann.

Du sollst nichts, was ich hier aufschreibe oder was der Buddha gesagt hat, blind glauben. Sieh es vielmehr als guten Tipp an, den du wohlwollend ausprobieren solltest. Der Buddha hat von niemandem verlangt, ihn als Guru anzusehen, er lud die Leute vielmehr mit den Worten ein: "Komm und sieh selbst!" Ich bin diesem Hinweis gefolgt und dafür sehr dankbar, denn das hat mein Leben verändert: zu mehr Positivität, zu mehr Freundlichkeit, zu mehr Glück. Und manchmal glaube ich sogar, dass ich ein kleines bisschen weiser geworden bin.

Meditation steht im Mittelpunkt dieses Kurses. Daneben gibt es inhaltliche Erläuterungen, etwas Dharma-Input und einige Hinweise zur Ethik. Ich gehe davon aus, dass du neben diesem Kurs auch weiterhin etwas über den Dharma liest und dich mit Ethik beschäftigst.


3. Wie kann ich mit dem hier vorliegende Material üben?
            Lies diesen Abschnitt mehrmals wieder !

Ich gehe davon aus, dass du dir zunächst einmal einen Überblick verschaffen willst. Einen ersten Überblick erhältst du durch diese Einleitung. Alsdann gibt es Texte zum Input sowie verschiedene Meditationen. Vielleicht liest du einige Texte zur Einschätzung einmal durch und liest einmal in einige der abgedruckten Meditationen hinein. Du findest das passende Material auf unserer Seite Index-Seite. Wenn du dir diesen Überblick verschafft hast, und du das Projekt ernsthaft angehen willst, dann ist es wichtig
• Abschnitt für Abschnitt
• gründlich und
• langsam
vorzugehen. Das Projekt besteht aus elf Abschnitten. Wenn du sehr intensiv vorgehen möchtest, dann musst du dir mindestens einen Monat für jeden Abschnitt Zeit nehmen. Du kannst die Sache allerdings auch langsamer angehen. Wenn du jedoch nicht vorhast, mindestens fünf Stunden pro Woche dieses Projekt zu praktizieren, dann lass es lieber. Du kannst natürlich auch einfach einmal anfangen und es irgendwann wieder abbrechen. Was du aber auf keine Fall machen solltest, ist dir hier und da etwas herauspicken. Die Hauptmeditationen – du erkennst sie an den Nummern ErDa-1 bis ErDa-10 - bauen aufeinander auf. Fehlt hierbei die nötige Grundlage, so ist das Unterfangen sinnlos, evtl. sogar kontraproduktiv. Dann lass´ es lieber.

Im Einzelnen solltest du so vorgehen:

Die Texte

In jedem der zehn Abschnitte (und auch in dieser Einleitung) gibt es einen oder mehrere Texte, die du gelesen und verstanden haben solltest. Mitunter ist es hilfreich einen Text mehrfach zu lesen, ihn insbesondere nach einigen Tagen oder Wochen erneut durchzulesen. Dir werden dann Dinge auffallen, die du zunächst übersehen hast.

Die ErDa-Meditationen

Die Hauptmeditationen jedes Abschnittes tragen die Nummer ErDa-1 bis ErDa-10. Diese Meditationen liegen in gedruckter Variante und als Audio-Datei vor. Du solltest in dem Abschnitt, an dem du jeweils arbeitest (also zunächst im ersten Abschnitt) diese Meditationen mit der Audio-Datei als geleitete Meditation einige Male machen: drei- bis fünfmal. Danach hast du genug Routine; dir sollten dann die einzelnen Schritte geläufig sein, um sie anschließend einige weitere Male selbstständig, also ohne die Audio-Datei zu hören, durchzuführen. Dies dient vor allem dem, dass du an einer Stelle - zum Beispiel beim Einfühlen in einen Körperteil - so lange verweilen kannst, wie das für dich gerade angemessen ist.

Dabei besteht die Gefahr, dass du Dinge überspringst. Du hast daher auch die Möglichkeit, dir eine eigene Audiodatei anzulegen, indem du dir die abgedruckten Texte selbst auf Band sprichst. Dabei musst du auf genügende Pausen zwischen den einzelnen Teilabschnitten (im Text mit "-" gekennzeichnet) achten. Eine eigene Tonaufnahme solltest du aber erst anfertigen, nachdem du mindestens dreimal mit meiner Audio-Datei geübt hast, um ein Gefühl dafür bekommen zu haben. Es macht definitiv keine Sinn eine Meditation, die im Original vielleicht 50 Minuten lang ist, in 15 Minuten hineinzuquetschen. Vielleicht willst du aber einige Phasen etwas kürzer, andere dafür um so länger machen. Dies kannst du durch eine eigene Aufnahme erreichen. Aber vergiss nicht, dabei auf den Sekundenzeiger der Uhr zu achten, damit die Pausen zwischen den Teilsätzen lang genug sind, meine Pausen sind meist etwa 15 Sekunden, variieren aber je nach Thema zwischen 10 und 90 Sekunden.

Elemente-Meditationen

Neben den ErDa-Meditationen gibt es Meditationen über die sechs Elemente (Erde, Wasser, Luft, Feuer, Raum und Bewusstsein). Diese liegen in unterschiedlicher Länge und mit unterschiedlichen Schwerpunkten vor. Du solltest jede dieser Meditationen des Abschnittes in dem du gerade bist (also zunächst des ersten Abschnittes) mindestens einmal als geleitete Meditation gemacht haben. Du kannst diese so oft wiederholen, wie du möchtest, je nachdem, wie gut dir diese gefällt. Du kannst auch Meditationen aus früheren Abschnitten gerne weitermachen – auch beliebig oft. Allerdings nicht statt der neuen Meditationen dieses Abschnittes, sondern zusätzlich. Nicht alle dieser Meditationen liegen auch in gedruckter Form vor, das gilt übrigens auch für die im folgenden genannten Meditationen.

Khandha-Meditationen

Neben den sechs Elementen sind die khandas ein häufiges Meditationsobjekt im Buddhismus, hierbei setzt man sich mit fünf Gruppen von Phänomenen auseinander, die als

        die Körperlichkeitsgruppe (rupa-kkhandha),
        die Gefühlsgruppe (vedana-kkhandha),
        die Wahrnehmungsgruppe (sañña-kkhandha),
        die Gruppe der Geistesformationen (sankhara-kkhandha)
        die Bewusstseinsgruppe (viññana-kkhandha)

bezeichnet werden. Die Übersetzungen ins Deutsche differieren hierbei etwas. Mit diesen verfährst du ebenso wie mit den Elemente-Meditationen.

Weitere Meditationen

Mitunter gibt es weitere Meditationen, die Erkenntnisse auf jeder der zehn Stufen vertiefen sollen. Verfahre auch mit diesen Meditationen so wie mit den Elemente- und Khanda-Meditationen. Übe sie also mindestens einmal, wenn sie in dem jeweiligen Abschnitt vorkommt und anschließend so oft du magst. Du kannst sie dabei als Audio-Meditationen also geleitet machen oder auch frei.

Wichtig: Lies dir diesen Abschnitt mehrfach wieder durch, am besten immer bevor du zu einem weitern der zehn ErDa-Stufen übergehst.

Am einfachsten machst du es dir, wenn du systematisch nach unseren Monatsplanern vorgehst. In diesen Monatsplanern sind für jeden Monat und für jede Woche genaue Anweisungen vorgegeben, was du tun sollst. Am Ende dieser Einführung findest du einen Link zum ersten Monatsplaner.


4. Die Sitzhaltung

Wir gehen bei den ErDa-Meditationen in der Regel von einer üblichen Meditationssitzhaltung im Sitzen auf dem Boden aus.

Das wäre idealer Weise das Sitzen im Lotussitz. In dieser Haltung sitzen wir mit dem Gesäß auf einem Meditationskissen, das etwa 10 bis 15 cm hoch ist, die Knie liegen auf dem Boden auf, der rechte Fuß liegt auf dem linken Unterschenkel mit der Fußsohle nach oben, der linke Fuß ebenso auf dem rechten Unterschenkel. Diese Meditationshaltung nicht nur einzunehmen, sondern auch für etwa eine Stunde schmerzfrei durchzuhalten, ist für über 99% der übenden Europäer nicht möglich. Daher empfehlen wir hier eine andere Variante.

Sitzen in der empfohlenen Standardvariante

Bei der hier verwendeten Standardvariante der Meditationshaltung sitzen wir auch mit dem Gesäß auf dem Meditationskissen, die Füße berühren den Boden. Dabei können die Unterschenkel hintereinander liegen, also beispielsweise der rechte Unterschenkel vorn, der linke dahinter in Körpernähe (oder umgekehrt). Ein Schneidersitz eignet sich weniger, da dann Druckstellen auf den jeweils unteren Schenkel ausgeübt werden, die bei den meisten Menschen ein dauerhaftes unbewegtes Sitzen in schmerzfreier Art nicht möglich machen.

In der bisherigen Beschreibung sitzen wir mit drei Punkten auf, mit dem Gesäß und mit den beiden Füßen. Um tatsächlich stabil auf dem Boden zu sitzen, müssen wir jedoch auch die Knie auf den Boden bringen. Wenn dir das möglich ist und du in dieser Haltung etwa eine Stunde relativ schmerzfrei sitzen kannst, dann solltest du dies tun. Viele Menschen kommen jedoch in dieser Haltung nur mit einem Knie oder mit gar keinem auf den Boden.

Da das jedoch für die Stabilität nötig ist, können wir etwas unter die Knie unterlegen. Die Höhe dieser Unterlage hängt von deiner körperlichen Verfassung ab. Ich beispielsweise habe mir zwei Hartschaumgummiwürfel von 12 cm Kantenlänge angefertigt, die ich unter die Knie lege. Das heißt nicht, dass du das genauso machen sollst. Du musst dir vielmehr gegebenenfalls eine Unterlage nehmen, die deiner Konstitution entspricht. Es wäre gut, hiermit einige Zeit zu experimentieren, bevor man mit dem eigentlichen ErDa-Kurs beginnt. Zum Experimentieren eignen sich zum Beispiel zusammengerollte Decken. Was du unter keinen Umständen machen darfst, ist eine Knieunterlage verwenden, bei denen die Knie höher sind als die Hüften. Wenn du die Knie nicht weiter herunter bekommst, musst du in einer anderen als der Standardvariante meditieren, das ist ganz wichtig!

Sitzvariante mit Meditationsbänkchen

Meditationsbänkchen sind Gestelle – in der Regel aus Holz – bei denen das Gesäß aufsitzt, die Knie den Boden berühren, die Unterschenkel unter dem Bänkchen durchgeführt werden und die Füße mit dem Spann auf dem Boden aufliegen, sodass praktisch das ganze Schienbein auf dem Boden liegt. In dieser Variante kannst du auch die Meditation durchführen – immer unter der Bedingung, dass du so bis zu einer Stunde sitzen kannst.

Sitzvariante mit Kissen und untergeschlagenen Beinen

Dies ist eine Variante, die eine Mischform zwischen unserer Standardvariante und der Sitzvariante mit dem Bänkchen darstellt.

Wie bei der Standardvariante sitzt das Gesäß auf dem Meditationskissen auf, allerdings werden auch hier die Unterschenkel – ähnlich wie bei dem Bänkchen – nach hinten geführt, sodass die Knie und die Unterschenkel aufliegen und die Füße mit dem Spann den Boden berühren. In allen bisherigen Varianten haben wir also fünf Erdungspunkte: das Gesäß, die beiden Füße und die Knie.

Die folgenden beiden Varianten kommen nur in Frage, wenn dir wirklich keine der oben genannten Varianten möglich ist.

Sitzen auf einem Stuhl

Der Nachteil dieser Methode ist, dass wir die Verbindung zwischen der Erde und dem Gesäß bzw. einem Punkt herstellen wollen, den man Wurzelcakra nennt und der zwischen dem Anus und den Genitalien sitzt. Wenn du auf einem Stuhl sitzt, dann kann es da eine psychische Barriere geben: du fühlst dich nicht wirklich geerdet.

Dieses Problem kannst du beheben, indem du dir sagst, dass der Stuhl aus fester Materie ist, aus Erdelement. Es kann auch hilfreich sein, statt des Stuhls einen Hocker aus Massivholz zu verwenden oder eine Decke über den Stuhl zu legen, dass dieser optisch wie ein Erdhügel erscheint. Mit diesen Methoden kannst du versuchen, diese psychische Barriere zu durchbrechen. Dies ist jedoch wirklich lediglich eine psychische Barriere. Wenn du dich geistig völlig darauf einstellen kannst, dass du dabei mit dem Gesäß bzw. dem Wurzelcakra die Erde berührst, existiert dieses Problem nicht.

Die Methode mit dem Stuhl hat jedoch noch einen zweiten Nachteil. Du hast dabei nicht wie bei den vorigen Varianten fünf Erdungspunkte, sondern nur drei, weil du nämlich mit den Knien die Erde nicht berührst. Daher ist den vorigen Varianten der Vorzug zu geben, wenn dies möglich ist.

Du solltest keine Sessel verwenden, denn dabei hast du vermutlich keine gerade aufgerichtete Sitzhaltung. Sessel haben außerdem meist eine zu weiche Sitzfläche, sodass sie zu einem Rundrücken führen. Das gilt auch für die meisten Sofas.

Wenn du auf einem Stuhl meditierst, so kannst du dir zusätzliche Stabilität verleihen, indem du den unteren Teil des Rückens an der Lehne stabilisierst – aber wirklich nur den unteren Teil, denn sonst kann die Wirbelsäule nicht in der natürlichen Form der Doppel-S-Krümmung gehalten werden. Dies ist aber wichtig, damit die Prana, die Erdenergie, entlang der Wirbelsäule aufsteigen kann. Du kannst dir also beispielsweise ein (relativ hartes) Kissen in den Bereich des Kreuzbeines oder der Lendenwirbel legen, um deinen Rücken zu stabilisieren, das wäre hilfreich. Der Brustkorb und vor allem die Schulterblätter sollen jedoch keinesfalls die Lehne berühren.

Meditation im Liegen

Diese Meditationsform solltest du nur verwenden, wenn dir keine der anderen Methoden möglich ist. Ziel dieser Meditationsreihe ist es, eine vertikale Verbindung zwischen dem Gesäß und dem Scheitelpunkt des Kopfes herzustellen, um uns sowohl zur Erde als auch zum Himmel hin auszurichten, dem widerspricht eine horizontale Lage.

Musst du dich dennoch für die horizontale Lage entscheiden, so legst du dich auf den Rücken und winkelst die Beine an, sodass die Füße aufstehen, das Gesäß auf dem Boden liegt und die Knie nach oben gerichtet sind. In dieser Haltung würden die Knie jedoch zur Seite auseinanderfallen oder du müsstest Muskelanspannung aufwenden, um sie oben zu halten. Da wir beides vermeiden müssen, musst du die Knie irgendwie aneinander fixieren, sodass sie oben bleiben, vielleicht in einem Abstand von 5 bis 10 cm. Dies lässt sich beispielsweise erreichen, indem du ein elastisches Band, einen Yoga-Gurt oder einen Gürtel in Kniehöhe um die beiden Beine schlingst.

Die beiden Arme liegen mit dem Ellbogen neben dem Körper auf, die Hände liegen auf dem Bauch. Auf diese Weise hast du in der Liegehaltung mehr Erdungspunkte als im Sitzen, nämlich die Füße (2) die beiden Gesäßbacken (2), die beiden Ellbogen (2), die Wirbelsäule im Bereich des mittleren Rückens (1) die beiden Schulterblätter (2) sowie den Hinterkopf (1), das wären also zehn Punkte.

Leider fehlt uns dabei der wichtigste, nämlich der Dammbereich mit dem Wurzelcakra. Dieses Manko können wir jedoch beheben, wenn wir ein Kissen in diesem Bereich fixieren, sodass wir den Eindruck haben, hier mit der Erde verbunden zu sein.

Wir sehen, die Liegehaltung ist nur eine sehr behelfsmäßige Ersatzübung. In der letzten der zehn ErDa-Hauptmeditationen, bei der Begegnung mit dem Transzendenten, sollen wir uns außerdem vor uns selbst sitzend visualisieren. Hierbei ist es wichtig, sich wirklich sitzend zu visualisieren, selbst wenn wir die Liegeposition eingenommen haben sollten.

5. Warum wurde dieser Kurs erstellt
Ich habe diesen Kurs eigentlich für mich selbst erstellt. Nachdem ich mehr als 20 Jahre Meditation praktizierte und mich als Schüler des Buddha sah, hatte ich das Bedürfnis, noch etwas gründlicher und systematischer an die Sache zu gehen als vorher. Nicht dass es mir zuvor an Gründlichkeit oder an Systematik gemangelt hätte. Ich hatte sehr viel über Meditation gelesen und auch sehr viel davon ausprobiert.

Seit 1996 praktizierte ich (nach längerem Suchen) im Rahmen der Buddhistischen Gemeinschaft Triratna, deren Gründer, Sangharakshita, ein eigenes „System of Meditation“ entwickelt, das auch für mich sehr hilfreich war.
 

Während meiner Pilgerwanderung in der Türkei verspürte ich jedoch diesen starken Drang, meine eigene Praxis noch stärker mit den Elementen, mit der Erde und der Sonne zu verbinden, stärker denn je. So entdeckte ich, was mir fehlte: eine körperbetonte, erdgestützte Meditation, die mich mit den Vier Elementen (meinem Ursprung), den fünf khandhas (Bestandteile meines Seins in der Gegenwart) und dem Transzendenten (meinem Ziel) verbünde.
Bereits ganz am Anfang meiner Zeit mit Meditation und Buddhismus, in der ersten Hälfte der 90er Jahre, war das eine ganz bestimmende Kraft bei mir. Ich hatte zuvor in der Ökobewegung gearbeitet und sah in der Lehre des Buddha einen besseren, umfassenderen Zugang zum Verständnis und zur Würdigung der globalen Ökosphäre, da in der Lehre des Buddha auch die spirituelle Dimension hereinkam, die in der Ökobewegung leider nur bei einigen christlichen Gruppen zu finden ist. Deren Gottesbild war mir jedoch immer fremd geblieben.
 
So habe ich lange Zeit in der Art praktiziert, wie ich das bei anderen gelernt hatte, habe jedoch dabei immer unterschwellig einen Mangel empfunden. Der Bezug zu unserer materiellen Basis, unserem Körper war verloren gegangen. Den gab es zwar bei Leuten, die sich mit Yoga oder anderen Körperübungen befassten, dort musste man jedoch seinen Körper in einer Art verbiegen, wie er meinen Bedürfnissen, meinen körperlichen Möglichkeiten und teilweise auch meinem Empfinden widersprach.
So empfand ich während meiner Pilgernwanderung diese Notwendigkeit eines ganzheitlichen, körperbetonten, erdverbundenen Ansatzes mehr denn je, und ich wusste, dass ich damit weitermachen musste. Ich schaute, ob - und wenn ja wo - es so etwas gäbe. Ich wurde fündig – zum Teil. Ich fand Elemente, die für mich passten und solche, die ich für zu simplifizierend, aber auch solche, die ich für zu abgedreht fand. Und ich begann die hilfreichen Elemente etwas zu systematisieren. Ich stellte fest, was für mich hilfreich ist und wie ich es so zusammenstellen kann, dass es für mich hilfreich ist. Ich begann das Projekt ErDa – ERdgestützte DAnkbarkeit.
 
Und da meine Meditationen mich spüren ließen, dass die Menschen zwar sehr verschieden sind, die vier Elemente, die fünf Khandhas und das Transzendente jedoch für alle gleich, sagte ich mir, dieser Kurs würde möglicherweise auch für Dritte hilfreich sein. Im Jahr 2015 leitete ich daher erstmals einen ErDa-Kurs mit fünf Frauen bei Meditation am Obermarkt. Alle diese Frauen verfügten schon über einige Erfahrung mit dem Dharma und mit Meditation. Ich bemerkte bei diesem Kurs aber auch, dass da noch vieles nicht so rund lief. Vor allem die Tatsache, dass man genügend Zeit braucht, um die ErDa-Meditationen einzuüben, hatten mich veranlasst, jeweils nur einmal monatlich einen Kurstag (sonntags, 7 Stunden) anzusetzen. Die Tatsache, dass die Zeit zwischen den Kurstagen jedoch so lang war und dass das Material, das wir dazu studierten, von Autoren anderer Traditionen war, führte dazu, dass ich mich entschloss, eigene Texte zu schreiben und die zehn Kernmeditationen (ErDa-1 usw.) durch weitere Meditationen aus meiner eigenen Praxis als Anregung zu ergänzen.
Inzwischen (Anfang 2016) habe ich den Eindruck, dass die Sache einigermaßen rund ist. So wollte ich sie nicht nur für mich allein behalten, sondern gern auch mit anderen teilen. Daher begann ich im Januar 2016 das ErDa-Projekt als Kurs zum häuslichen Üben ins Netz zu stellen – nicht zuletzt, damit ich selbst auch weiter daran üben kann.
 
Und es wäre ganz toll, wenn einige derjenigen, die diesen Kurs – und sei es nur in Teilen - geübt haben, mir eine Rückkopplung darüber gäben, was für sie hilfreich war und was nicht. Ich bin auch sehr dankbar, wenn ich Anregungen, Hinweise und Kritik bekomme, verspreche alles wohlwollend zu prüfen und mich darum zu bemühen, diesen Kurs weiterhin zu optimieren – auf dass ich mich selbst weiterentwickeln kann und vielleicht auch der einen oder dem anderen dabei helfen kann, sich weiterzuentwickeln. (Ich freue mich allerdings auch, wenn Leute mir sagen, dass sie etwas gut finden.)
Zur Verdeutlichung dessen, was mich veranlasst hat, mit diesem Projekt zu beginnen, hier ein Auszug aus meinem Reisetagebuch vom 128. Tag (aus Büyükçekmece, einem Vorort von Istanbul):
 
Die heutige Wanderung ließ sich wunderschön an, seit 4.15 h war ich unterwegs, die Dunkelheit war jetzt kein Problem mehr, denn inzwischen bin ich in der urbanen Agglomeration angekommen, deren Herz Istanbul ist. Den größten Teil des Tages konnte ich in Sichtweite des Marmara-Meeres gehen, was eine positive Stimmung verursachte.
(Oh, der Muezzin ruft zum Gebet; Zeit, mein buddhistisches Bekenntnis zu rezitieren!)
 
Und tatsächlich, so entfremdet der stetige Asphalt unter den Füßen, die hohen Gebäude auf beiden Seiten, der gleichförmige Geräuschpegel der nahen Autobahn D-100 und der allenthalben weggeworfene Plastikabfall wirken, ich bin doch fast den ganzen Tag mit Mutter Natur in Kontakt gewesen. Da waren des Morgens die überall noch herumliegenden schlafenden netten Hunde, das Palaver der erwachenden Krähenschwärme in den Bäumen, die doch recht zahlreichen Bäume, das Gras, das zwischen dem Verbundpflaster durchwuchs, das Meer, der Himmel, die aufgehende Sonne, die einzelnen Wölkchen, der Wind auf meiner schweißbedeckten Haut und das Feste unter meinen Füßen. Ja, das war sie selbst, verformt, aber doch unverkennbar, unsere Mutter, die Erde, unser wunderbarer Planet, Gaia, unsere Große Mutter, die Gleichmut in Perfektion ausstrahlt ob des ach so häufig törichten Verhaltens ihrer Milliarden Kinder!
 
Es ist herrlich auf ihr zu gehen, jeder Schritt ein heiliger Akt in Dankbarkeit für unsere Mutter Erde, die uns alles gibt. Unser ganzer Körper besteht aus Erdelement von der Erde, unserer Mutter, auch das Wasserelement in unserem Körper stammt von unserer Mutter, dem blauen Planeten Erde, und natürlich auch das Luftelement in uns, und um uns, das wir fortwährend austauschen, ist Bestandteil der Erdatmosphäre. Selbst das Hitzeelement in uns haben wir nur durch die Wärme auf unserem Planeten und natürlich aufgrund der Verbrennung unserer Nahrung in unseren Muskeln, der Nahrung, die uns unsere Mutter Erde zur Verfügung gestellt hat. Danke, Planet Erde!
6. metta bhavana
     (Audio-Datei der grundlegensten Meditation)

     Link zum ersten Monatsplaner
 
Unter allen meinen Patienten jenseits der Lebensmitte ist nicht ein einziger, dessen endgültiges Problem nicht das der religiösen Einstellung wäre..., und keiner ist wirklich geheilt, der seine religiöse Einstellung nicht wieder erreicht.
Carl Gustav Jung



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