Abschnitt ErDa-6 - Das Bauchgefühl als Partner

VI. 2. Khandha-Meditation:

Um die Empfindungen wissen .

letzte Änderungenam 16. März 2016
Vorbemerkung
 
Vedana, Empfindungen, werden traditionell in die Kategorien positiv, negativ und neutral eingeteilt. Dass wir etwas als positiv, negativ oder neutral empfinden, dass also vedana da sind, ist durch unsere Erfahrungen und durch unsere Triebe bedingt. Ist da ein Element von Verlangen, empfinden wir das Objekt als positiv, ist da ein Element von Abneigung, so empfinden wir es als negativ. Unwissenheit kann dazu führen, ein Objekt als neutral einzustufen.
 
Diese Empfindungen haben also immer mit unserer Triebsteuerung zu tun, sind aber auch erlernt. Dieses Erlernen kann durch Erfahrung bedingt sein, durch unsere Erziehung (der böse Wolf), durch Erfahrungen in unserer Evolutionsgeschichte (biologisch), oder in unserer individuellen Geschichte (karmisch).

In dieser Meditation wollen wir unsere vedana erkunden, allerdings nicht den Ursachen, warum diese so und nicht anders sind, nachforschen, wir betrachten unsere vedana also vielmehr nur. Dabei ist es gut sich an der Einteilung „positiv – neutral – negativ“ zu orientieren. Wenn du Zeit hast, spüre aber ruhig noch tiefer in den Geschmack des jeweiligen vedana hinein, um es zu erforschen.

Meditation

Du sitzt in Meditation, ruhig, sicher, stabil - dein Atem fließt ruhig dahin – du bist achtsam – wann immer ich einen Begriff nenne, dann achte auf deine Empfindungen und bewerte sie, versuche möglichst selten dich auf „neutral“ festzulegen.

Die Raumtemperatur – die Luftfeuchtigkeit – der Atem an der Nasenspitze – deine Mutter – deine Kleidung am Oberkörper – deine Empfindung im Nacken – die Bibel – dein linker Fuß – letztes Weihnachten – Schokoladeneis – der US-Präsident – Netzstrumpfhosen – dein Gefühl in der rechten Hand – auf den Abflug warten – schwuler Sex – der Osterhase – die SPD – dein Gefühl im Mundbereich – Wirtschaftswachstum – der Wecker klingelt – der Papst – Wiener Schnitzel – Wiener Walzer – Jägermeister – ein Brillantring – dein Gefühl im rechten Knie – Mathematikarbeit – Hund – Sonnenuntergang – Madonna – Flüchtling – deine Empfindung zu dieser Meditation – Oma – Jude – Klavier – dein momentanes Gefühl in der Wirbelsäule

Jetzt hast du fünf Minuten Zeit, auf eigene Körperempfindungen zu achten, du kannst sie mit positiv, negativ und neutral klassifizieren, besser ist es aber ganz tief in die Empfindung hineinzuspüren

Nunmehr betrachte fünf Minuten, was in deinem Geist aufsteigt und wie die vedana dabei sind, du solltest nicht länger als eine Minute bei einem Geistobjekt verweilen.

Mache zum Schluss bis zum dreimaligen Gong noch einen kurzen bodyscan und achte darauf, wo du negative und wo du positive vedana verspürst.

Wie war das vedana als du diesen Glockenton hörtest?


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